NEWS | 28.04.2026

NOTZ Market Insights

Rohstoffe, Logistik & EU-Regeln: Aktuelle Marktentwicklung


Sehr geehrte Geschäftspartnerinnen
Sehr geehrte Geschäftspartner

Die globale Wirtschaft steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Nach den umfangreichen Zollankündigungen im ersten Quartal 2025 ist es nun der Konflikt im Nahen Osten, der die internationalen Märkte zusätzlich belastet.

Bereits im Vorfeld – wir hatten Sie darüber in unserem Januarschreiben informiert – sind die Rohstoffpreise spürbar gestiegen. Rund zwei Monate nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen hat sich die Lage weiter verschärft.

| Rohstoffpreise
(ytd 15.04.2026, Quelle finanzen.net; LME)


| Transport und Logistikkosten


Neben den deutlich gestiegenen Treibstoffkosten stellen auch veränderte Handelsrouten die globale Logistik vor grosse Herausforderungen. Blockaden, Umwege, Überflugsperren sowie zusätzliche Gebühren erschweren die Planung und führen zu steigenden Beschaffungskosten sowohl im nationalen als auch im internationalen Verkehr.

| Importbeschränkungen EU / CBAM


EU‑Einfuhrkontingentierung für Stahl

Die Europäische Union plant per 1. Juli 2026 eine Verschärfung der Einfuhrbestimmungen für Stahl. Ziel ist der Schutz der europäischen Stahlindustrie. Die zollfreien Stahleinfuhren sollen auf 18,3 Mio. Tonnen pro Jahr begrenzt werden – ein Rückgang von rund 47 % gegenüber dem bisherigen Niveau.

Für Mengen oberhalb dieses Kontingents ist ein Strafzoll von 50% vorgesehen.
Die Schweiz bemüht sich um ein länderspezifisches Kontingent, um das bisherige Exportvolumen weitgehend aufrechterhalten- und Handelsstörungen minimieren zu können.

CBAM – Carbon Border Adjustment Mechanism

Die Europäische Kommission hat den ersten offiziellen Preis für CBAM‑Zertifikate bekannt gegeben. Für das 1. Quartal 2026 beträgt dieser 75,36 EUR pro Tonne CO₂. Der Preis orientiert sich am Durchschnittspreis des EU‑Emissionshandelssystems und soll eine Gleichbehandlung von EU‑Produkten und Importen sicherstellen. Im Jahr 2026 erfolgt die Veröffentlichung der Zertifikatspreise quartalsweise, ab 2027 wöchentlich.

Direkt ist der Schweizer Import von diesen Abgaben nicht betroffen; indirekt stützen die Regelungen jedoch das Preisniveau der EU‑Produktion.



| USD / CHF Wechselkurs

Der derzeit starke Schweizer Franken wirkt zwar dämpfend auf die Importpreise und hilft, Inflationsdruck abzufedern. Gleichzeitig stellt er den Exportstandort Schweiz jedoch vor zusätzliche Herausforderungen und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die exportorientierte Industrie.


| AUSBLICK

Trotz der anhaltenden Unsicherheiten zeigt sich die Schweizer Industrie insgesamt robust und auf solidem Niveau. Auf der Beschaffungsseite ist jedoch davon auszugehen, dass die aktuell hohen Wiederbeschaffungspreise sowie die gestiegenen Transportkosten in den kommenden sechs Monaten zu teils deutlichen Preisaufschlägen über nahezu alle Produktgruppen führen werden.

Auch bei einer Entspannung der geopolitischen Lage und einer Wiederöffnung der Strasse von Hormus wird es voraussichtlich mehrere Monate dauern, bis sich die globalen Lieferketten vollständig normalisieren.
 
Je früher wir Ihre Bedarfssituation kennen, desto besser können wir vorausplanen und möglichst attraktive Konditionen für Sie sichern.

Unser Verkaufsteam berät Sie gerne persönlich zu geeigneten Beschaffungsstrategien oder alternativen Materiallösungen.

Ihr Notz Metall Team

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